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Welche Versicherungen brauchen Unverheiratete?

Mit gemeinsamen Policen können Unverheiratete Geld sparen.

Welche Verträge brauchen Sie überhaupt?

Bei welchen Policen kann ein Paar sparen, weil es eine von zwei Versicherungen kündigen kann? Welche Versicherung braucht jeder individuell?

Pflicht in Deutschland sind eine Krankenversicherung und für Autobesitzer eine Kfz-Haftpflicht. In einigen Bundesländern müssen Hundehalter eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung abschließen.

Unbedingt notwendig ist außerdem ist eine private Haftpflichtpolice. Sobald zwei Partner als Paar unter einem Dach wohnen, kommen sie mit einer Haftpflichtversicherung aus. Bedingung ist meist, dass die zweite Person in der Police namentlich genannt wird. Eine Ausnahme sind ausdrückliche Single-Tarife. Hier muss der Schutz erweitert werden. Wenn der Partner mit der jüngeren Police seinen Vertrag kündigt, erstatten viele Versicherer aus Kulanz den anteiligen Rest des Beitrags für das Versicherungsjahr. Trotzdem sollten Paare beide Policen prüfen. Ist der jüngere Vertrag günstiger und bietet mehr Schutz, ist es ratsam, die reguläre Vertragsdauer abzuwarten und den älteren Vertrag zu kündigen. Nachteile: Schäden beim Partner sind nicht versichert. Es gibt aber auch Nachteile bei einer gemein­samen Haftpflichtversicherung. Zerstört ein Partner aus Versehen das teure Teeservice seiner Freundin, ist das nicht versichert. Besonders teuer kann dies werden, wenn sich die Partner durch ein Missgeschick gegenseitig verletzen. Nach einem Unfall könnte es sein, dass die Krankenversicherung eines Partners die Kosten für eine medizinische Behandlung zurückverlangt. Daher sollten Paare beim gemeinsamen Vertrag auf eine bestimmte Klausel in den Versicherungs­bedingungen achten. Sie besagt, dass bei Unverheirateten sogenannte Regress-Ansprüche von Sozialversicherungsträgern oder Arbeitgebern wegen Personenschäden im Schutz enthalten sind.

Auslandsreise-Krankenversicherung

Familienvertrag ist möglich. Mit einer gemeinsamen Police – meist Familienvertrag genannt – können unverheiratete Paare auch beim Reisekrankenschutz sparen, egal ob sie Kinder haben oder nicht. Notwendig ist der erweiterte Schutz fürs Ausland vor allem für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen im Ausland oft nur einen Teil der Kosten für eine medizinische Behandlung, außerhalb Europas gar keine und sie zahlen nie für einen medizinisch notwendigen Rücktransport. Diese Lücke schließt eine Police der Auslandsreise-Krankenversicherung. Doch Vorsicht: Manche Versicherer bieten Familienverträge nur für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner an. Bei Abschluss des Vertrags sollte klar sein, welche Form der Partnerschaft der Versicherer einschließt. Manchmal gilt auch eine Mindestanzahl an Familienmitgliedern. Im Zweifel sollten Paare beim Versicherer nachfragen. In unseren regelmäßigen Vergleichen der Reisekrankenversicherungen gibt es einige Tarife, bei denen zwei mit einem gemeinsamen Vertrag sparen können.

Hausratversicherung

Ist alles unter einem Dach, reicht ein Vertrag Solange ein Paar unter einem Dach wohnt, reicht eine Police für beide. Diese Variante hat keine Nachteile und ist günstiger. Ob Paare überhaupt den Verlust ihres Hausrats absichern sollten, hängt davon ab, wie viel diese wert ist und ob sie etwa bei einem Einbruchdiebstahl den Verlust der Einrichtung finanziell verkraften könnten. Nach dem Einzug sollte das Paar die Versicherungssumme anpassen. Denn in der Regel ist diese auf den Hausrat nur eines Partners ausgelegt. Wer die Summe nicht anpasst, ist unter Umständen unterversichert. Kommt es zu einem Schaden, ersetzt der Versicherer nur einen Teil. Ebenfalls wichtig: Möglichst zeitnah sollte der Versicherer die neue Adresse erfahren. Bei den meisten Policen erlischt der Schutz spätestens zwei Monate nach dem Umzug.

Rechtsschutzversicherung

Schutz ist auch für Partner möglich. Hat ein Partner eine Rechtsschutzversicherung, kann er seine Liebsten mitversichern. Manchmal gibt es Einschränkungen, dann darf zum Beispiel ein Partner nicht noch mit dem Ex-Ppartner verheiratet sein. Sein Recht durch­zu­setzen, ist oft teuer. Die Rechtsschutzversicherung schützt vor diesen Kosten, hat aber auch ihren Preis.

Bei der Wohngebäudeversicherung spielt es keine Rolle, ob ein Paar verheiratet ist oder nicht. Versichert ist die Immobilie, Versicherungsnehmer ist der Eigentümer. Jeder Hauseigentümer sollte eine Gebäudeversicherung haben. Sie besteht aus vier Bausteinen:

  1. Schäden durch Leitungswasser
  2. Feuer
  3. Sturm und Hagel sowie
  4. sogenannten Elementarschäden.

Der Einzug eines Partners kann zum Anlass genommen werden, bestehende Verträge noch einmal zu checken. Ist die Police etwas älter, sollten Versicherte den Deckungsumfang prüfen. Wenn zwei Unverheiratete zusammenziehen, sind sie für viele Fälle mit einem Vertrag ausreichend abgesichert. Manche Versicherungsverträge braucht jeder aber für sich.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist für Autobesitzer in Deutschland eine Pflichtversicherung

und auch die Hundehalter-Haftpflicht ist in einigen Bundesländern vorgeschrieben. Schließlich können beide –Auto und Hund – große Schäden anrichten. Haften muss fast immer der Halter. Selbst wenn ihn keine direkte Schuld trifft, können hohe Schadenersatzforderungen auf ihn zukommen.

Beim Abschluss einer Autoversicherung muss ein Kunde häufig angeben, wer das Autofahren wird. Ob er mit der angegebenen Person verheiratet ist oder nicht, spielt meist keine Rolle.

Bei der Hundehaftpflichtversicherung sollte ein Halter darauf achten, dass auch fremde Hüter versichert sind. Dann ist der Partner auch geschützt, falls das Tier zum Beispiel beim Gassi-gehen einen Schaden verursacht.

Berufsunfähigkeit absichern: Jeder braucht eine eigene Police. Bei der BU spielt der Beziehungsstatus keine Rolle. Jeder muss einen individuellen Vertrag abschließen, der dem eigenen Gesundheitsstatus und Beruf angepasst ist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte jeder in Erwägung ziehen, der die größten anderen Risiken abgedeckt hat. Dieser Schutz ist für jeden sehr empfehlenswert, der finanziell auf sein Berufseinkommen angewiesen ist oder mit seinem Einkommen seinen Partner oder Kinder unterhält. Ratsam ist es, eine Berufsunfähigkeitsversicherung in jungen Jahren abzuschließen, denn je älter die Kunden, desto teurer sind die Angebote. Alternativen wie eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung kommen für jene infrage, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen oder sich diesen Vertrag nicht leisten können. Die Police bietet jedoch nur eingeschränkten Schutz.

Krankenversicherung

Nur individuell. Eine Krankenversicherung muss jeder haben. Gemeinsame Verträge gibt es für Unverheiratete nicht. Damit sind diese gegenüber Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften klar im Nachteil (zumindest bei der gesetzlichen Krankenversicherung).

Bei der privaten Krankenversicherung braucht ohnehin jeder seinen eigenen Vertrag – unabhängig vom Familienstand. Selbst Kinder können nicht mitversichert werden. Sind beide Elternteile privat versichert, muss auch ein Kind privat versichert werden und braucht einen eigenen Vertrag. Das kostet extra.

Risikolebensversicherung

Partner berücksichtigen ist möglich. Partner können sich über eine Risikolebensversicherung absichern – unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder nicht. Im Todesfall des Hauptverdieners sorgt sie für finanzielle Sicherheit: Stirbt er, erhalten seine Angehörigen die vereinbarte Versicherungssumme. Für Unverheiratete ist dieser Schutz besonders wichtig, da sie keinen Anspruch auf die gesetzliche Witwen- oder Witwer-Rente haben. Auch beim Hinterbliebenenschutz der gesetzlichen Unfallversicherung und häufig bei der betrieblichen Altersvorsorge bleiben sie außen vor. Bringt ein Partner beim Zusammenziehen bereits eine Risikolebensversicherung mit, sollte er den Vertrag überprüfen. Gegebenenfalls muss er das Bezugsrecht anpassen und seinen neuen Partner eintragen. Zum Beispiel wenn noch der Ex-Partner oder andere Angehörige als Berechtigte im Vertrag genannt sind.

Zusammenfassung:

  • Prüfen Sie jede Versicherung beim Zusammenziehen, ob sie noch beim Zusammenleben gebraucht wird.
  • Prüfen Sie die Versicherungsbedingungen und passen Sie die Versicherungssumme an.
  • Kündigen Sie die neuere Versicherung

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