Kurzarbeitergeld. Die wichtigsten Fragen und Antworten

    Wann bekommt man Kurzarbeitergeld?

    Konjunkturelles Kurzarbeitergeld soll Betrieben helfen, wenn aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund besonderer Ereignisse vorübergehend nicht mehr genug Arbeit für die Beschäftigten da ist. Es steht grundsätzlich allen Unternehmen offen und wird für bis zu 12 Monate bezahlt.

    Was bedeutet Kurzarbeit für mich?

    Kurzarbeit. Kurzarbeit im Arbeitsverhältnis bedeutet die vorübergehende Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit in einem Betrieb aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls. … Die betroffenen Arbeitnehmer arbeiten bei Kurzarbeit weniger oder überhaupt nicht.

    Wer hat Anspruch?

    Arbeitnehmer erhalten bis zu 67 Prozent des Nettoentgelts, das ihnen durch den Arbeitsausfall entgeht, als Kurzarbeitergeld. Die Arbeitsagentur ermittelt dazu aus dem regulären Bruttoentgelt und dem durch Arbeitsausfall geminderten Lohn Nettoentgelte. … Bei Arbeitnehmern mit mindestens einem Kind sind es 67 Prozent.

    Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

    Das Kurzarbeitergeld beträgt entweder 67 Prozent der Nettoentgeltdifferenz für Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind oder 60 Prozent bei Arbeitnehmern ohne Kind.

    Wie lange darf man bei Kurzarbeit arbeiten?

    Wie lange kann Kurzarbeit verlängert werden? Grundsätzlich ist die Kurzarbeit in Deutschland auf maximal sechs Monate befristet. Durch die Wirtschaftskrise wurden diese Fristen nach Rechtsverordnung auf derzeit zwölf Monate (Stand: 01.12.2010) verlängert.

    Wo muss man Kurzarbeit anmelden?

    Er muss den vorhandenen Arbeitsausfall schriftlich bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Die Anzeige muss bei der für den Bezirk zuständigen Agentur für Arbeit eingehen. … Alle nötigen Formulare für die Anmeldung von Kurzarbeit stellt die Bundesagentur für Arbeit beispielsweise hier zur Verfügung.

    Wie oft kann man Kurzarbeit anmelden?

    Wie oft darf ein Arbeitnehmer in Kurzarbeit gehen? Hier gibt es keine gesetzliche Einschränkung. Wenn die wirtschaftlichen Bedingungen es erforderlich machen und mindestens drei Monate seit der letzten Phase von Kurzarbeit vergangen sind, kann der Arbeitgeber erneut Kurzarbeitergeld beantragen.

    Wie lange vorher muss man Kurzarbeit anmelden?

    Die Kurzarbeit ist damit ein Mischkonstrukt aus Arbeit und Arbeitslosigkeit. Eine gesetzlich vorgeschriebene Ankündigungsfrist für Kurzarbeit existiert nicht. … Kurzarbeit ist nur möglich, wenn dies mit dem Betriebsrat vereinbart wurde. Existiert im Unternehmen kein Betriebsrat muss der Arbeitnehmer einverstanden sein.

    Kann Kurzarbeit unterbrochen werden?

    Die Arbeitnehmer arbeiten bei Kurzarbeit über maximal 6 Monate hinweg weniger oder überhaupt nicht. … Wenn der Bezug von Kurzarbeitergeld ein Monat unterbrochen wird, verlängert sich die Bezugsdauer. Bei einer Unterbrechung von mehr als 3 Monaten, beginnt die Bezugsdauer neu.

    Wie wirkt sich Kurzarbeit auf die Steuererklärung aus?

    Es ist grundsätzlich steuerfrei. Ähnlich wie Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld oder sonstige vom Staat gewährte Leistungen muss für das Kurzarbeitergeld keine Einkommenssteuer bezahlt werden. Dennoch wirkt es sich durch den Progressionsvorbehalt steuererhöhend aus.

    Kann man Kurzarbeit ablehnen?

    In allen übrigen Fällen gilt: Wer partout nicht kurzarbeiten will, dem darf der Arbeitgeber deswegen nicht kündigen. „Das verstößt gegen das Maßregelungsverbot“, sagt Steinkühler. Arbeitnehmer müssen aber ausdrücklich, am besten schriftlich, widersprechen, um später Anspruch auf vollen Lohn geltend machen zu können.

    Wie wird Krankheit bei Kurzarbeit bezahlt?

    Das Krankengeld wird durch die Krankenkasse an den Arbeitnehmer gezahlt. Das Krankengeld in Höhe des Kurzarbeitergeldes nach § 47b Abs. 4 SGB V ist durch den Arbeitgeber kostenlos zu errechnen und auszuzahlen. Die Erstattung erfolgt durch die Krankenkasse.

    Ist Kurzarbeitergeld sozialversicherungspflichtig?

    Das Kurzarbeitergeld ist nicht lohnsteuerpflichtig und stellt kein Entgelt im Sinne der Sozialversicherung dar. Die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung für die Ausfallstunden bemessen sich nach dem fiktiven Arbeitsentgelt. Die Beiträge hat der Arbeitgeber allein zu tragen. Sie werden ihm 2020 aber erstattet.

    Weitere Informationen für Arbeitgeber unter